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Niedrigere Einstellungsbereitschaft deutscher Arbeitgeber durch Euro-Krise

13.06.2012 - Die Zahl der Arbeitgeber, die im kommenden Quartal Mitarbeiter einstellen wollen, ist in Deutschland auf zehn Prozent gesunken. Saisonbereinigt erreicht der Netto-Beschäftigungsausblick für das dritte Quartal 2012 einen Wert von +1 Prozent und damit den niedrigsten Wert seit dem vierten Quartal 2009. Entlassungen sind beim überwiegenden Teil aber nicht geplant: Acht von zehn Arbeitgebern planen, die Mitarbeiterzahl auf dem aktuellen Level zu halten. Das ist das Ergebnis des jüngsten Manpower Arbeitsmarktbarometers.

Laut der ManpowerGroup-Untersuchung planen zehn Prozent der Arbeitgeber, ihre Belegschaft von Juli bis September 2012 auszuweiten. Sieben Prozent wollen in diesem Zeitraum Mitarbeiter abbauen. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick von aktuell +1 Prozent verliert damit 5 Prozentpunkte im Vergleich zum zweiten Quartal dieses Jahres. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (Q3/2011) ist ein Rückgang um elf Prozentpunkte auszumachen.

Sinkende Einstellungsbereitschaft in drei Viertel der untersuchten Wirtschaftszweige

In sieben von neun untersuchten Wirtschaftszweigen ist der Beschäftigungsausblick rückläufig - und zwar sowohl im Vergleich zum vorangegangenen Quartal als auch im Vergleich zum Vorjahreswert. "Standen die Wirtschaftsindikatoren im ersten Quartal noch auf Aufschwung, zeigt unsere aktuelle Untersuchung, dass sich die Arbeitgeber jetzt auf schwierigere wirtschaftliche Rahmenbedingungen einstellen und bei der Personalplanung entsprechend vorsichtigere Prognosen abgeben", deutet Vera Calasan, Vorsitzende der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland, die Ergebnisse. Bereits der Ifo-Geschäftsklimaindex von Mai hatte auf eine zurückhaltende Stimmung in der Wirtschaft hingewiesen.

Weiterhin starker Bedarf im Bereich Finanzen und Dienstleistungen

Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, Personal einzustellen, zeigt laut Arbeitsmarktbarometer der Finanz- und Dienstleistungssektor: Hier geben 22 Prozent der Arbeitgeber an, die Belegschaft in den kommenden drei Monaten aufstocken zu wollen. Im zweiten Quartal hatten das 14 Prozent angegeben.

"Viele Arbeitgeber aus dem Finanzsektor haben die Euro-Krise offenbar bereits in ihren früheren Prognosen berücksichtigt und rechnen für das zweite Halbjahr 2012 nun mit verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vor allem abseits des Investmentgeschäfts", erklärt Vera Calasan.

Neben dem Finanzsektor ist die Energieversorgungsbranche optimistisch: Bei den Strom-, Wasser- und Gasversorgern ist der Netto-Beschäftigungsausblick nach zwei Quartalen mit negativem Wert nun auf +5 Prozent gestiegen. "Offenbar hat sich der Druck auf die Branche durch den Atomausstieg der Bundesregierung und aufgrund der wieder gefallenen Treibstoffkosten abgeschwächt", erläutert Vera Calasan, Chefin der ManpowerGroup Deutschland.

Unsicher sind die Beschäftigungsaussichten im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Groß- und Einzelhandel. Hier planen zehnProzent der Arbeitgeber, Stellen abzubauen. Gleichzeitig gaben aber zwölf Prozent an, Personal einstellen zu wollen. Im Vergleich zum dritten Quartal 2011 ergibt sich beim Netto-Beschäftigungsausblick ein Verlust von -12 Prozentpunkten.

Den größten Rückgang verzeichnet der öffentliche/soziale Sektor. Der Netto-Beschäftigungsausblick liegt aktuell nur noch bei -5 Prozent. Im zweiten Quartal waren es noch +6 Prozent, im Vorjahr +15.

Quelle: Bankmagazin

Veröffentlicht von: TobiasH
Datum: 13.06.2012
Quelle: Bankazubis.de

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