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Beschäftigung und Beschäftigungsmessung

Eines der Wirtschaftsziele der Bundesrepublik Deutschland ist die Vollbeschäftigung.

Vollbeschäftigung:

Vollbeschäftigung kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise definiert werden:

  1. Hohe Beschäftigung ist gegeben, wenn das Produktionspotenzial einer Volkswirtschaft ausgelastet ist.
  2. Hohe Beschäftigung ist gegeben, wenn die Arbeitslosenquote gering ist.

Die Bundesanstalt für Arbeit wiederum definiert Vollbeschäftigung wie folgt:

"Vollbeschäftigung herrscht, wenn alle arbeitswilligen und arbeitsfähigen Personen eine Erwerbstätigkeit ausüben, die im gewünschten zeitlichen Umfang ihren persönlichen Voraussetzungen entspricht."

Die Vollbeschäftigung wird aus mehreren Gründen angestrebt:

  • Arbeitslosigkeit führt zum Abbau sozialer Kontakte, zur Verschlechterung der materiellen Situation und zur Minderung des Selbstwertgefühls. Der soziale Frieden kann gefährdet werden.

  • Arbeitslosigkeit verursacht hohe Kosten (z.B. Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe). Der Produktionsfaktor Arbeit wird nicht voll oder nur ungenügend genutzt.

  • Hohe Arbeitslosigkeit führt zur Steigerung der Staatskosten, die wiederum auf die arbeitende Bevölkerung in Form von Steuererhöhungen etc. weitergegeben werden. Durch weniger Einzahler gerät das soziale System in Gefahr.

Definition von Beschäftigung und Arbeitslosenquote:

Unter Beschäftigung versteht man den Grad der Kapazitätsauslastung einer Volkswirtschaft. Sie wird durch die Arbeitslosenquote gemessen. Die Definition der Arbeitslosenquote und die Probleme dieses Indikators sollen mit Hilfe der folgenden Übersicht dargestellt werden:

Wohnbevölkerung (WB)
Erwerbsfähige (EF) Nichterwerbsfähige (NEF)
Erwerbspersonen (EP) Nichterwerbspersonen (NEP)
Erwerbstätige (ET) registrierte Arbeitslose (AL) Erwerbsfähige und -willige (EW) Erwerbsfähig aber -unwillige (ENW) Nichterwerbsfähige (NEF)
Erwerbspersonenpotenzial (EPP)  

Erläuterung zum Schaubild:

Die Wohnbevölkerung teilt sich zunächst auf in Erwerbsfähige (EF) und Nicherwerbsfähige (NEF), worunter Kinder unter 15 Jahren und Alte über 64 Jahren verstanden werden.

Die Erwerbspersonen (EP) umfassen die Erwerbstätigen (ET) (Selbstständige einschließlich mithelfender Familienangehörender, Abhängige: Arbeiter, Angestellte und Beamte) und die registrierten Arbeitslosen (AL).

Der Teil der Erwerbsfähigen, der nicht zu den Erwerbspersonen gehört, zerfällt in

  • Erwerbsfähige und -willige (EW)
  • und Erwerbsfähige, aber nicht -willige (ENW).

Die Erwerbsfähigen und -willigen (EW) werden auch als Stille Reserve bezeichnet, weil man davon ausgeht, dass diese Personen gerne arbeiten würden, sich aber nicht beim Arbeitsamt registrieren lassen.

Erwerbspersonen und Stille Reserven (EW) bilden das Erwerbspersonenpotenzial (EPP).

Messgröße (Indikator) für die Arbeitslosigkeit ist die Arbeitslosenquote.

Die Arbeitslosenquote wird üblicherweise auf zwei Arten definiert:

  1. Arbeitslosenquote (in %) = Registrierte Arbeitslose x 100 / Abhängig Erwerbstätigen
  2. Arbeitslosenquote (in %) = Registrierte Arbeitslose x 100 / Erwerbspersonen

Auf europäischer Ebene wird aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit seit längerer Zeit die 2. Messgröße verwendet.

Arten und Ursachen der Arbeitslosigkeit:

  • Konjunkturelle Arbeitslosigkeit:
    Aufgrund von konjunkturellen Nachfrageschwankungen werden vorhandene Kapazitäten nicht ausgenutzt. In der Rezession sinkt die Gesamtnachfrage und damit der Auslastungsgrad. Die Zahl der Arbeitslosen steigt.

  • Wachstumsdefizitäre Arbeitslosigkeit:
    Auch bei Vollauslastung der Kapazitäten besteht eine hohe Arbeitslosigkeit, weil das Produktionspotenzial bei gegebener Produktivität zu gering ist, um das vorhandene Arbeitskräftepotenzial aufzunehmen.

  • Strukturelle Arbeitslosigkeit:
    Aufgrund des Wandels in der Volkswirtschaft werden bestimmte Branchen, Produkte und Berufe unattraktiv, während bei anderen die Attraktivität zunimmt. Angebot und Nachfrage passen nicht mehr zusammen. Es kommt in den betroffenen Branchen zu Einsparungen und Entlassungen, um die sinkende Nachfrage "überleben" zu können.

  • Saisonale Arbeitslosigkeit:
    In bestimmten Branchen tritt Arbeitslosigkeit auf, weil deren Aktivität von Natureinflüssen oder der Jahreszeit abhängt (z.B. Baugewerbe, Tourismus, Landwirtschaft).

  • Friktionelle Arbeitslosigkeit:
    Friktionelle Arbeitslosigkeit entsteht durch die üblichen Fluktuationen auf dem Arbeitsmarkt. Häufig vergeht eine gewisse Zeit, bis ein Arbeitsloser eine seiner Qualifikation und Leistungsfähigkeit entsprechende Arbeitsstelle gefunden hat.

  • Freiwillige Arbeitslosigkeit:
    Die Wiederaufnahme eines Arbeitsverhältnisses wird angesichts der gegebenen Lohnstruktur und sonstiger Nebenbedingungen für nicht vorteilhaft gehalten.

Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik:

Zur Arbeitsmarktpolitik zählen nur Maßnahmen, die direkt am Arbeitsmarkt ansetzen.

Zur Arbeitsmarktpolitik im engeren Sinne zählen die aktive Arbeitsmarktpolitik (Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Umschulung, usw.) und die passive Arbeitsmarktpolitik (Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Vorruhestandsgeld, usw.) der Bundesanstalt für Arbeit.

  • Konjunkturelle Arbeitslosigkeit:
    - Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
    - Erhöhung der Beschäftigung im öffentlichen Sektor

  • Wachstumsdefizitäre Arbeitslosigkeit:
    - Lohndifferenzierung
    - kostenniveauneutrale Lohnpolitik
    - Flexibilisierung der Arbeitszeit (z.B. Schichtarbeit)
    - Arbeitszeitverkürzung

  • Strukturelle Arbeitslosigkeit:
    • sektoral und branchespezifisch:
      - kurzfristig: Erhöhung von Subventionen etc.
      - mittel- und langfristig: Förderung von Wachstumsbranchen

    • regional:
      - Förderung der regionalen Infrastruktur
      - Regionaldifferenzierte Lohnpolitik

    • qualifikationsspezifisch:
      - Frühzeitiges Erkennen und Veröffentlichen von Entwicklungstrends
      - Umschulungen
      - ABM zwecks Aufrechterhaltung der Qualifikation
      - qualifikationsspezifische Lohndifferenzierung

  • Saisonale Arbeitslosigkeit:
    - Winterbauförderung
    - Einbezug der Schulferien

  • Friktionelle Arbeitslosigkeit:
    - Verbesserung der Markttransparenz
    - Abbau von institutionellen Hemmnissen

  • Freiwillige Arbeitslosigkeit:
    - Steigerung der Kontrolle
    - Schaffung von Anreizen


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