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Erfahrungsbericht - "Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG"

Allgemeine Informationen  
Name des Institus Dresdner Volksbank Raiffeisenbank eG
Strasse Georgenstr. 6
Ort 01097 Dresden
Web http://www.ddvrb.de
Zeitraum Ausbildung 01/1995 - 12/2010

Beschreibung der Arbeit
Tagesablauf
Der Wurf ins kalte Wasser scheint aufgrund des akuten Personalmangels typisch für die Bankerszene zu sein. Schnell stand man am Schalter, so dass das hauptsächliche Motto "Learning-by-doing" war. Aber dadurch hat man sehr schnell, sehr viel gelernt und bekam schon früh Verantwortung. Die Mitarbeiter standen meist hilfreich zur Seite und so wurden viele Dinge gleich zu Anfang gelehrt. Man wurde jedoch übermäßig stark am Schalter eingesetzt. Und das kann schon Spaß machen, solange man nicht zum Kopieren und Absortieren abgestellt wird, was man hier nur selten wurde. So wurde einem nahezu das ganze Spektrum am Servicegeschäft und (kleineren) Anlagegeschäft mit übertragen. Leider kamen aber die internen Abteilungen zu kurz, worüber man beim Zahlungsverkehr noch froh war, ärgerte man sich in der Firmenkundenbetreuung oder in der Abwicklung. Der Grund war nur allzu oft Personalknappheit. Die Arbeitszeit ging analog den Öffnungszeiten Mo, Di, Do bis 18.15 Uhr, Fr. bis 13.15 Uhr und Mi je nach Einsatzort bis 13.15 Uhr oder 16.15 Uhr. Zudem gab es noch Veranstaltungen wie Vertreterversammlung oder zahlreiche kulturelle Events im prunkvollen (für eine Voba schon etwas überzogenen) Hauptsitz, der Villa Eschebach. Auch bei diesen Veranstaltungen war Einsatz gefragt. Wer nicht nach Hilfe fragt, bekommt auch keine. So könnte das Motto der Ausbildung lauten. Jedoch gab es meistens Mitarbeiter, die einem hilfreich zur Seite standen, es sei denn sie waren selbst im Stress. Unser Ausbilder war eine treue Seele und stand den Azubis immer hilfreich und tatkräftig zur Seite. Die Bank ist sehr stark auf den Vertrieb ausgerichtet und versucht aktive Kundenaquisation zu betreiben. In der Ausbildung wird schnell der Verkaufsdruck sichtbar, was sich schon in der wöchentlichen Erfolgsmeldung von Verkäufen ab dem ersten Lehrjahr an zeigt. Im übrigen sei hier erwähnt, dass die Ausbildung 3 Jahre dauert und es auch kaum zu Verkürzungen kommt. Wer das Bedürfnis hat, sollte dieses frühzeitig anmelden. Durch die knappe Personalplanung war man fast immer Ersatz für einen kranken, im Urlaub befindlichen oder nicht vorhandenen Mitarbeiter. Dadurch ist man eine intensive Einbindung in die Abläufe gewöhnt, so dass schnell Langeweile aufkommt, wenn man tatsächlich zusätzlich in einer Filiale ist. Der Einsatzort ist ungewiss. Man wird i.d.R. einem von 4 lokalen Gebieten (insgesamt 30 Filialen) zugeteilt und bekommt gegen Donnerstag den Einsatzort der kommenden Woche mitgeteilt (mit Ausnahme der langfristig geplanten internen Einsätze). Insgesamt war es trotzdem eine tolle Ausbildung, die mich unglaublich stark geprägt hat und in der man viele nette Kontakte und auch enge Freundschaften geschlossen hat. Die Zeit lag sehr günstig, so dass ich sowohl eine Fusion als auch eine Währungsumstellung miterleben durfte.
Interessante Arbeiten
Lernerfahrung
Hilfestellung
Ausbilderbetreuung

Ausbildung intern
Atmosphäre und Unternehmenskultur
Grundsätzlich war es ein gutes Arbeiten mit den Kollegen - klar bei 240 Mitarbeitern kann man sich nicht mit jedem gleich gut verstehen, aber das ist auch nicht der Sinn der Sache. Viel vom Zusammenhalt kam aber auch aus einer Art Selbsterhaltungstrieb gegenüber den Vorgesetzten. Mobbing war durchaus an diversen Stellen zu beobachten, so dass sich die Unternehmensleitsätze manchmal als reiner Hohn entpuppten. Bei den Führungskräften gab es ein dramatisches Gefälle von äußerst fähig und ansprechbar bis hin zu dem Typus "lieber gar nicht erst ansprechen". Zu oft stellte man sich hinter den wütenden Kunden als hinter den Mitarbeiter, der ja eigentlich im selben Boot sitzt. So ist aber insgesamt beim Verhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeitern von insgesamt katastrophalen Verhältnissen zu sprechen, die leicht den Spass am Arbeiten verderben können. Nichts destotrotz gab es viele tolle Erlebnisse und auch mit den Verbundpartnern von Versicherung und Bausparkasse war ein schönes Zusammenarbeiten.
Verhalten Kollegen
Motivation im Unternehmen
Identifikation mit der Bank
Führungskultur

Bewerbung / Auswahlverfahren  
Der Einstellungstest war wie so oft eine Massenveranstaltung in der Mathematik, Sprachfertigkeit, Logik und -das habe ich nur hier erlebt- Allgemeinwissen mit offenen (!) Fragen abgefragt wurde. Um hier eine Einladung zu erhalten zählten vor allem die Deutsch- und Mathematiknoten. Das folgende Assessement-Center bestand aus mehreren Teilen. Su mußte man beispielsweise 15 min sich vorstellen (immer mit Vorbereitungszeit) oder einem gespielten Kunden einen überteuerten Laserdrucker verkaufen. Das Ganze wurde vor einer dreiköpfigen Kommission gemacht. Alle Aufgaben waren lösbar und es herrschte eine angenehme Atmosphäre. Wie sooft ist der einzige Tip, natürlich zu bleiben und dem Ganzen etwas Spaß zu verleihen.

Gesamtbewertung
Vorteile
Es gab oft eine sehr gutes Klima zwischen den Mitarbeitern einer Hierarchieebene und auch das Verhältnis zum Ausbildungsleiter war äußerst angenehm. Das konzeptlose "Learning-by-Doing"-Konzept brachte schnelle Lernfortschritte und man fühlte sich bald als vollwertiger Mitarbeiter. Und auch die Berufsschule (sei kurz erwähnt) war super!
Nachteile
Die internen Abteilungen wurden vernachläßigt, so daß man hier nur wenig Erfahrung sammeln konnte. Der Druck von oben sowohl im Hinblick auf Verkaufsdruck als auch Mobbing waren schon ziemlich heftig. Auch die Aufstellung von Rankings und das ständige Vergleichen der Mitarbeiter sind dem Betriebsklima eher hinderlich. Teamwork wird regelrecht zu verhindern versucht.
Fazit
Ich selbst fand die Ausbildung okay und würde sie wohl wieder gemacht - aber viele Fehler würde man mehrmals begehen. Auf jeden Fall sollte man psychisch belastbar sein, sonst Hände weg von der Bank. Damit ist sowohl der unweigerliche Stress, als auch der Nervenkrieg und das Mobbing gemeint, was in irgendeiner Form für jeden zu finden ist. Ohne ein dickes Fell ist man schlecht beraten. Wer hier eine Ausbildung macht, muss auf jeden Fall die Ärmel hochkrempeln und sollte aktiv mitwirken, das gibt Punkte. Haltet euch an die Leute, die erst vor kurzem ausgelernt haben, die können am besten weiterhelfen. Geändert werden muss auf jeden Fall die permanente Verhinderung eines gesunden Betriebsklimas und ein rigoroserer, differenzierterer und durchsetzungsstärkerer Ausbildungplan.


Kommentare

Durchschnittliche Leserbewertung: 
Habs fast live miterlebt!, Tofi-157, 06.09.2003
Top Schilderung des Ausbildungsablaufes. Ehrlich, teils lobend, aber auch kritisch. Sehr gut aufeinander abgestimmte und treffend gewählte Formulierungen. Eigene Empfindungen werden so dargelegt, wie sie scheinbar direkt empfunden wurden und nicht nur so, um irgendwas geschrieben zu haben. Wirkt also nicht gekünstelt. Es werden Vorschläge aufgezeigt, was in Zukunft besser gemacht werden kann, sowohl bei der Ausbildung von Azubis in diesem Unternehmen, als auch im gesamten Betriebsbereich dieser Genossenschaftsbank. Es wird Kritik geübt ohne persönlich gegenüber bestimmten Leuten zu werden, aber auch gelobt. Außerdem wird perfekt deutlich gemacht, worum es sich in letzter Zeit vor allem im Bankenbereich dreht, nämlich VERKAUF, VERKAUF und nochmals VERKAUF! Und das fängt schon in der Ausbildung an. Wer mit dem Gedanken spielt eine Ausbildung zum Bänker zu machen, sollte erst diesen Artikel lesen und sich dann nochmal darüber Gedanken machen, ob dies wirklich sein Ding ist. Ich will damit nicht sagen, dass es abschreckend wirkt, sondern der Realität entspricht. Somit kann für mich das Urteil zu diesem Artikel nur lauten: PERFEKT!!! So ist es in einer Bank in Wirklichkeit. Der Azubi ist kein Lehrling mehr, sondern eine vollwertige Arbeitskraft mit niedriger Bezahlung! Für mich ist dieser Artikel nicht 5 Sterne, sondern 5 Sterne-Deluxe!!!
... das triffts voll!, the_specialist, 06.08.2002
Ich kann Tofi_157 nur zustimmen! Ich finde auch, dass dieser Artikel hervorragend eine "normale" Ausbildung schildert! In meinem Ausbildungsbetrieb auf jeden Fall gings fast genauso zu, wie schon gesagt: Starke Nerven sind gefragt! Für die realistische Schilderung gebe ich ebenfalls 5 Sterne!

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Aktuelle Bankfachklasse

 Autor:
 anonym
 Datum:
 30.05.2002
 Anzahl gelesen:
 Bisher 7206 mal